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Zukunftstechnologien in den Innovativen Milieus
Sonderthema 2026
Zukunftstechnologien in den deutschen Branchen

Ergebnisse kompakt

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1. Die Innovationsdynamik lässt weiter nach

Die Innovationslandschaft in Deutschland verliert weiter an Substanz. 2026 gehören nur noch 13 Prozent der Unternehmen zur Innovationsspitze. Gleichzeitig umfasst der innovationsferne Bereich inzwischen nahezu 40 Prozent der Unternehmenslandschaft.

Seit 2019 ist der Anteil innovationsstarker Unternehmen damit kontinuierlich gesunken. Innovation wird seltener als strategische Führungsaufgabe verstanden – häufiger wird sie situativ oder opportunistisch betrieben. Die Erosion ist strukturell, nicht zyklisch.

2. Die industrielle Dominanz an der Spitze bricht auf

Die Innovationsführerschaft verlagert sich. Industrielle Kernbranchen verlieren an Gewicht, während wissensintensive Dienstleistungen und die IT-Wirtschaft zunehmend die Rolle der Technologieführer übernehmen.

Die heutigen Leader sind häufiger kleiner, jünger und digital geprägt. Gleichzeitig bleiben die Forschungsorientierten Innovatoren stärker industriegeprägt, größer und strukturierter. Die Innovationsspitze wird heterogener – und weniger eindeutig industriell dominiert als noch 2019.

3. Innovation wird vorsichtiger

Das Milieu der „Disruptiven Innovatoren“ existiert nicht mehr. Industrieunternehmen orientieren sich stärker an inkrementellen Produktverbesserungen als an radikalen Marktveränderungen.

Der Innovationsinput liegt weiterhin unter dem Niveau von 2019. Innovation wird kontrollierter, risikoärmer und stärker auf bestehende Geschäftsmodelle ausgerichtet. Der Anspruch auf disruptive Durchbrüche ist deutlich zurückgegangen.

4. Digitale Schlüsseltechnologien gewinnen branchenübergreifend an Bedeutung

Digitale Technologien gewinnen massiv an Bedeutung. Bei den Technologieführern geben bereits über die Hälfte der Unternehmen an, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen intensiv zu nutzen. Für die kommenden fünf Jahre erwarten dort nahezu alle Unternehmen eine hohe strategische Relevanz.

Auch branchenübergreifend steigt die Nutzung von Internet der Dinge, Cybersecurity sowie virtueller und erweiterter Realität deutlich an. Digitale Schlüsseltechnologien entwickeln sich von einem Differenzierungsmerkmal zur technologischen Grundausstattung.

5. Zukunftstechnologien bleiben ein Thema für wenige

Anders sieht es bei anspruchsvollen Deep- und Green-Tech-Lösungen aus. Technologien wie CO₂-Abscheidung und -Speicherung oder andere physische Schlüsseltechnologien werden weiterhin nur von einer kleinen Gruppe intensiv genutzt – selbst in den innovationsstarken Milieus liegen die Anteile deutlich unter denen digitaler Technologien.

Branchen mit hoher technologischer Tiefe – etwa Maschinenbau oder Chemie – weisen zwar höhere Reifegrade auf, doch eine breite Diffusion ist nicht erkennbar. Komplexe Technologien bleiben konzentriert. Es entsteht eine technologische Zweiteilung: Digitale Technologien verbreiten sich – anspruchsvolle Deep- und Green-Tech bleiben in der Spitze.