Auf den Punkt
Die Kooperativen Innovatoren bilden 2026 das stabilisierende Mittelfeld der Innovationslandschaft. Ihr Innovationsprofil ist weniger auf technologische Durchbrüche als auf inkrementelle Innovationen, organisationalen Wandel und enge Kooperationen ausgerichtet. Getragen wird das Milieu vor allem von dienstleistungsgeprägten Unternehmen, die Innovation primär aus Kundennähe, Vernetzung und interner Zusammenarbeit entwickeln.
Wer sind die Kooperativen Innovatoren?
Die Kooperativen Innovatoren machen 2026 rund 17 Prozent aller Unternehmen aus, nachdem ihr Anteil 2019 bei rund 25 Prozent und 2023 bei etwa 15 Prozent lag, womit sich der deutliche Bedeutungsverlust seit 2019 auf niedrigerem Niveau stabilisiert.
Das Milieu wird 2026 vor allem von dienstleistungsgeprägten Unternehmen getragen, insbesondere aus unternehmensnahen Dienstleistungen, wobei Baugewerbe und industrienahe Dienstleistungen im Vergleich zur letzten Erhebungen an Bedeutung verloren haben.
Die Kooperativen Innovatoren beschäftigen 2026 im Durchschnitt 38 Mitarbeitende und setzen damit den Wachstumstrend der vorherigen Befragungen fort.
Mit einem durchschnittlichen Unternehmensalter von 37 Jahren liegen die Kooperativen Innovatoren im Mittelfeld der sieben Innovativen Milieus.
Der Innovationserfolg der Kooperativen Innovatoren
Der Innovationsoutput der Kooperativen Innovatoren hat sich zwischen 2023 und 2026 deutlich verbessert. Nach den Rückgängen der vorherigen Erhebungsphase zeigt sich 2026 eine klare Trendumkehr: In allen vier Innovationsarten steigt der Output wieder an. Damit liegt der Innovationserfolg dieses Milieus nun durchweg über dem Durchschnitt aller Unternehmen. Die Kooperativen Innovatoren verzeichnen den höchsten Output bei den Organisationsinnovationen, den höchsten Zuwachs im Vergleich zu den vorhergehenden Befragungen erreichen sich jedoch bei Produkt- und Prozessinnovationen. Dies deutet auf eine Reaktivierung der Innovationsaktivitäten nach der pandemiebedingten Schwächephase hin.
Strukturell bleibt der Innovationsoutput der Kooperativen Innovatoren breit aufgestellt. Organisationsinnovationen stellen 2026 weiterhin die wichtigste Innovationsart dar und werden häufiger realisiert als im Unternehmensdurchschnitt. Gleichzeitig verzeichnen Produktinnovationen den stärksten absoluten Zuwachs gegenüber 2023, während auch Prozess- und Marketinginnovationen deutlich zulegen. Der Innovationserfolg dieses Milieus speist sich damit aus einer Vielzahl inkrementeller Innovationsaktivitäten, die aus Zusammenarbeit, Austausch und kontinuierlicher Weiterentwicklung entstehen. Die Kooperativen Innovatoren bestätigen damit ihre Rolle als zentrales Bindeglied zwischen den innovationsstarken Leader-Milieus und der Breite der Unternehmenslandschaft.
Das Innovationsprofil der Kooperativen Innovatoren
Jedes Innovative Milieu zeichnet sich durch ein spezifisches Innovationsprofil aus. Denn die Milieus bestehen aus Unternehmen, die ähnliche Schwerpunkte in der Art setzen, wie sie zu Innovationen kommen. Das spezifische Innovationsprofil eines Milieus setzt sich aus den Faktoren zusammen, die die Unternehmen des Milieus bewusst einsetzen, um innovativ zu sein. Dazu gehören etwa die innerbetriebliche Organisation von Innovationsprozessen oder die Offenheit für Kooperationen mit der Wissenschaft. Daneben gibt es weitere Faktoren wie die spezifischen Bedingungen des wettbewerblichen Umfelds, in dem sich die Unternehmen bewegen.
Wir haben die Kooperativen Innovatoren und die Unternehmen der übrigen Milieus detailliert nach allen Faktoren befragt. Aus den Antworten ergibt sich das spezifische Innovationsprofil des jeweiligen Milieus. Zur besseren Verständlichkeit gliedern wir hier in drei Dimensionen: „Stellung im Wettbewerb“, „Vernetzung und Organisation“ sowie „Kultur und Kompetenz“.
Das Innovationsprofil der Kooperativen Innovatoren ist 2026 durch eine stabile, kooperationsbasierte Innovationslogik geprägt. Innovation entsteht in diesem Milieu weniger aus technologischer Führerschaft oder forschungsgetriebenen Durchbrüchen, sondern vor allem aus der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Angebote und Strukturen im engen Austausch mit relevanten Marktakteuren.
Stellung im Wettbewerb
Die Kooperativen Innovatoren agieren 2026 in einer soliden Wettbewerbsposition, in der Innovation vor allem der Anpassung an sich wandelnde Kundenbedürfnisse und Marktanforderungen dient. Innovationsaktivitäten zielen weniger auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder oder die grundlegende Veränderung bestehender Geschäftsmodelle, sondern auf die inkrementelle Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und internen Abläufen. Wettbewerbsvorteile entstehen damit primär aus Marktnähe und Reaktionsfähigkeit, nicht aus technologischer Exklusivität.
Vernetzung und Organisation
Im Bereich Vernetzung und Organisation weisen die Kooperativen Innovatoren weiterhin klar überdurchschnittliche Ausprägungen auf. Die enge Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und anderen Unternehmen bildet den Kern ihres Innovationsansatzes. Innovationsprozesse sind organisatorisch verankert und auf Austausch sowie Zusammenarbeit ausgelegt. Zwar wird weiterhin vorwiegend innerhalb vertrauter Netze kooperiert, gleichzeitig ist jedoch eine strategische Öffnung des Milieus gegenüber jungen, innovativen Unternehmen zu verzeichnen. Dies fällt vor allem im Vergleich mit dem Milieu-Durchschnitt auf.
Kultur und Kompetenz
Auch bei Kultur und Kompetenz verfügen die Kooperativen Innovatoren 2026 über stabile und vergleichsweise starke Voraussetzungen. Teamarbeit, Partizipation und bereichsübergreifender Austausch sind fest im Arbeitsalltag verankert und unterstützen die kontinuierliche Generierung von Innovationsimpulsen. Die Innovationskultur ist auf Einbindung und gemeinsame Weiterentwicklung ausgerichtet, erreicht jedoch nicht die Dynamik und Experimentierfreude der innovationsstärksten Milieus. Insgesamt zeigt sich ein tragfähiges, aber moderat ausgerichtetes Innovationsprofil, das auf Beständigkeit und Kooperation setzt.
Kooperative Innovatoren – Relevanz von Schlüsseltechnologien
Die Kooperativen Innovatoren zeigen bei Deep- und Green-Tech-Technologien ein mittleres, aber klar anschlussfähiges Profil. Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen sowie das Internet der Dinge spielen für dieses Milieu bereits heute eine relevante Rolle. Charakteristisch ist weniger die frühe oder intensive Nutzung einzelner Technologien als deren Einbettung in kooperative Innovationsprozesse, etwa entlang von Wertschöpfungsketten oder in Zusammenarbeit mit externen Partnern.
Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre zeigen die Kooperativen Innovatoren eine ausgeprägte Ausbauorientierung, insbesondere bei digitalen Technologien. Der erwartete Bedeutungszuwachs bei Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen fällt deutlich stärker aus als der heutige Nutzungsstand und signalisiert eine zunehmende strategische Relevanz dieser Technologien für das Milieu. Im Vergleich zu den Technologieführern ist die Dynamik weniger radikal, im Vergleich zum Durchschnitt aller Unternehmen jedoch klar überdurchschnittlich. Dies unterstreicht die Rolle der Kooperativen Innovatoren als wichtige Diffusionsgruppe, die technologische Entwicklungen aus den führenden Milieus in breitere Unternehmensnetzwerke überträgt.
Im Bereich Green Tech und Nachhaltigkeit weisen die Kooperativen Innovatoren eine relativ hohe Offenheit auf. Nachhaltige Energieerzeugung und -speicherung sowie Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Materialien sind für dieses Milieu bereits heute relevant und gewinnen perspektivisch weiter an Bedeutung. Die Nutzung von CO₂-Abscheidung und Klimaschutztechnologien bleibt hingegen gering und beschränkt sich auf Einzelfälle. Insgesamt zeigt sich ein Green-Tech-Profil, das weniger durch technologische Spezialisierung als durch Anschlussfähigkeit und Umsetzbarkeit geprägt ist und damit gut zu der kooperations- und netzwerkorientierten Innovationslogik dieses Milieus passt.
Die Kooperativen Innovatoren im Profil