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Zukunftstechnologien in den Innovativen Milieus
Sonderthema 2026
Zukunftstechnologien in den deutschen Branchen

Methode

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Die Studie Innovative Milieus 2026 untersucht die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen auf systematische und vergleichbare Weise. Ziel ist es nicht, einzelne Innovationsprojekte zu bewerten, sondern strukturelle Muster unternehmerischer Innovationsfähigkeit sichtbar zu machen – und deren Veränderung im Zeitverlauf zu analysieren.

Mit der dritten Erhebungswelle im Jahr 2026 steht erstmals ein konsistenter Vergleich über drei Messzeitpunkte hinweg zur Verfügung (2019, 2023, 2026). Dadurch lassen sich nicht nur Momentaufnahmen, sondern Entwicklungsdynamiken erkennen.

Datengrundlage: Repräsentative Unternehmensbefragung

Die empirische Basis bildet das IW-Zukunftspanel. Im ersten Quartal 2025 wurden 1.146 Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und industrienahen Dienstleistungsbranchen befragt. Die Befragung richtet sich gezielt an Mitglieder der Geschäftsleitung, um strategisch fundierte Einschätzungen zu Innovationsaktivitäten, Organisationsstrukturen und Wettbewerbsbedingungen zu erhalten.

Da große Unternehmen im Panel bewusst überrepräsentiert sind (um statistisch belastbare Aussagen treffen zu können), werden die Daten gewichtet. So entspricht die Verteilung nach Branchen und Größenklassen der tatsächlichen Unternehmensstruktur in Deutschland.

Innovationsinput: Voraussetzungen und Anstrengungen

Der Innovationsinput misst die strukturellen Voraussetzungen für Innovation. Insgesamt fließen 32 Einzelfragen in diesen Bereich ein. Sie werden drei übergeordneten Dimensionen zugeordnet:

  • Stellung im Wettbewerb
    (z. B. Forschungsaktivitäten, Schutzrechte, Wettbewerbsdruck, radikale Innovationsprojekte)

  • Kultur und Kompetenz
    (z. B. Innovationskultur, Risikobereitschaft, Weiterbildung, technologische Orientierung)

  • Vernetzung und Organisation
    (z. B. Kooperation mit Kunden, Lieferanten, Start-ups oder Wissenschaft, Innovationsstrategie, interne Austauschstrukturen)

Die Antworten werden auf eine einheitliche Skala zwischen 0 und 1 transformiert und zu einem aggregierten Inputindikator zusammengeführt. Je höher der Wert, desto ausgeprägter sind die Innovationsanstrengungen.

Innovationsoutput: Ergebnisse und Erfolg

Der Innovationsoutput erfasst die tatsächlich realisierten Innovationen. Grundlage ist die international etablierte Systematik des Oslo Manual. Erfasst werden vier Innovationsarten:

  • Produktinnovationen

  • Prozessinnovationen

  • Organisationsinnovationen

  • Marketinginnovationen

Diese werden gewichtet zu einem Gesamtindikator verdichtet. Produktinnovationen fließen am stärksten ein, da sie unmittelbar wettbewerbs- und umsatzrelevant sind. Ergänzend werden Markt- und Weltneuheiten sowie Umsatzanteile innovativer Produkte berücksichtigt.

Der Outputindikator dient als Maßzahl für den Innovationserfolg eines Unternehmens.

Milieubildung: Empirische Cluster statt theoretischer Typen

Die Innovativen Milieus entstehen nicht normativ, sondern empirisch. Grundlage der Milieubildung ist der Innovationsinput. Mithilfe eines zweistufigen statistischen Clusterverfahrens werden Unternehmen mit ähnlichen Innovationsprofilen zu Gruppen zusammengefasst.

Das Verfahren kombiniert:

  1. eine Hauptkomponentenanalyse, um die Vielzahl korrelierter Variablen zu verdichten,

  2. eine anschließende Clusteranalyse, um homogene Gruppen zu identifizieren.

Die optimale Zahl von sieben Milieus wurde bereits 2019 bestimmt und in den Folgeerhebungen überprüft. Diese Konstanz sichert die Vergleichbarkeit über die Zeit hinweg.

Die Milieus unterscheiden sich deutlich in Ambition, Struktur, technologischer Orientierung und organisatorischer Verankerung von Innovation – von den Technologieführern bis zu den Unternehmen ohne Innovationsfokus.

Zeitvergleich und Mobilität

Ein besonderer Mehrwert des Studiendesigns liegt in der Wiederholungsbefragung. Da zentrale Fragen über alle drei Erhebungswellen hinweg unverändert gestellt wurden, ist ein valider Zeitvergleich möglich.

Zudem erlaubt das Paneldesign die Analyse von Milieumobilität: Unternehmen können im Zeitverlauf in innovationsstärkere oder -schwächere Milieus auf- oder absteigen. Innovation wird so nicht als statischer Zustand verstanden, sondern als dynamischer Prozess.

Zentrale Annahme des Designs

Das methodische Fundament der Studie folgt einer klaren Annahme:
Innovationsfähigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren – technologischer, organisatorischer, kultureller und wettbewerblicher.

Die Ergebnisse bestätigen diese Perspektive: Nicht allein die Höhe der Investitionen entscheidet über Innovationserfolg, sondern insbesondere:

  • eine klare Innovationsstrategie,

  • funktionierende interne Abstimmungsprozesse,

  • gezielte Kooperationen,

  • sowie systematische Kompetenzentwicklung.

Zusammengefasst
Die Innovativen Milieus machen Innovationsfähigkeit messbar, indem sie strukturelle Muster unternehmerischer Innovationspraxis identifizieren. Durch die Kombination aus Input- und Outputmessung, empirischer Milieubildung und Zeitvergleich entsteht ein differenziertes Bild der Innovationslandschaft – und ihrer Veränderungen zwischen 2019 und 2026.