Auf den Punkt
Die Zufälligen Innovatoren sind 2026 das größte Milieu der Innovationslandschaft. Innovation entsteht hier weniger systematisch als situativ und wird stark von günstigen Gelegenheiten und externen Impulsen geprägt. Im Zeitverlauf zunehmende interne Kommunikation und Zusammenarbeit wirken sich spürbar positiv auf den Innovationsoutput aus. Getragen wird das Milieu von heterogenen Unternehmensstrukturen, vor allem aus dienstleistungs- und industrienahen Branchen, ohne klar ausgeprägten strategischen Innovationsfokus.
Wer sind die Zufälligen Innovatoren?
Die Zufälligen Innovatoren machen 2026 rund 20 Prozent aller Unternehmen aus, nachdem ihr Anteil 2019 bei rund 16 Prozent und 2023 bei etwa 22 Prozent lag. Sie sind 2026 das zahlenmäßig stärkste Milieu der deutschen Unternehmenslandschaft.
Das Milieu wird 2026 von heterogenen Unternehmen getragen, vor allem aus Unternehmensnahen Dienstleistungen, sonstiger Industrie, dem Baugewerbe, sowie Logistik und Großhandel.
Die Zufälligen Innovatoren beschäftigen 2026 im Durchschnitt 17 Mitarbeitende und bestehen damit aus kleinen Unternehmen.
Mit einem durchschnittlichen Unternehmensalter von 37 Jahren liegen die Zufälligen Innovatoren im Mittelfeld der sieben Innovativen Milieus.
Der Innovationserfolg der Zufälligen Innovatoren
Die Zufälligen Innovatoren zählen auch 2026 weiterhin zu den innovationsschwächeren Milieus der deutschen Unternehmenslandschaft. Gemessen am Innovationsoutput liegen sie – gemeinsam mit den Passiven Umsetzern und den Unternehmen ohne Innovationsfokus – erneut auf den hinteren Rängen im Milieuvergleich. In drei von vier Innovationsarten bleiben ihre Werte deutlich unter dem Durchschnitt aller Unternehmen. Gleichzeitig zeigt sich gegenüber der Erhebung 2023 eine spürbare Verbesserung des Innovationsoutputs, sodass sich das Milieu wieder den Ausgangsniveaus der ersten Erhebung von 2019 annähert. Die Innovationsdynamik bleibt insgesamt jedoch gering und volatil.
Besonders ausgeprägt ist die Erholung bei den Organisationsinnovationen. Hier verzeichnen die Zufälligen Innovatoren einen deutlichen Zuwachs und liegen 2026 nahezu auf dem Niveau des Unternehmensdurchschnitts. Auch bei Produkt-, Prozess- und Marketinginnovationen sind Verbesserungen zu beobachten, wenngleich diese weiterhin klar unter den Durchschnittswerten der Gesamtstichprobe bleiben. Insgesamt ergibt sich ein ambivalentes Bild: Einerseits bestätigt sich die strukturelle Innovationsschwäche des Milieus, andererseits zeigt die Entwicklung, dass die Zufälligen Innovatoren unter günstigen Rahmenbedingungen durchaus in der Lage sind, verlorenes Innovationspotenzial zumindest teilweise zurückzugewinnen. Innovation entsteht dabei weiterhin weniger aus strategischer Steuerung als aus situativen Gelegenheiten und externen Impulsen.
Das Innovationsprofil der Zufälligen Innovatoren
Jedes Innovative Milieu zeichnet sich durch ein spezifisches Innovationsprofil aus. Denn die Milieus bestehen aus Unternehmen, die ähnliche Schwerpunkte in der Art setzen, wie sie zu Innovationen kommen. Das spezifische Innovationsprofil eines Milieus setzt sich aus den Faktoren zusammen, die die Unternehmen des Milieus bewusst einsetzen, um innovativ zu sein. Dazu gehören etwa die innerbetriebliche Organisation von Innovationsprozessen oder die Offenheit für Kooperationen mit der Wissenschaft. Daneben gibt es weitere Faktoren wie die spezifischen Bedingungen des wettbewerblichen Umfelds, in dem sich die Unternehmen bewegen.
Wir haben die Zufälligen Innovatoren und die Unternehmen der übrigen Milieus detailliert nach allen Faktoren befragt. Aus den Antworten ergibt sich das spezifische Innovationsprofil des jeweiligen Milieus. Zur besseren Verständlichkeit gliedern wir hier in drei Dimensionen: „Stellung im Wettbewerb“, „Vernetzung und Organisation“ sowie „Kultur und Kompetenz“.
Das Innovationsprofil der Zufälligen Innovatoren ist 2026 durch ein ambivalentes Zusammenspiel aus struktureller Schwäche und kultureller Erholung gekennzeichnet. Innovation entsteht in diesem Milieu weiterhin nicht als Ergebnis strategischer Steuerung, sondern überwiegend situativ. Gleichzeitig zeigen sich in einzelnen Bereichen neue Impulse, die den Innovationserfolg gegenüber der vorherigen Erhebung wieder verbessern.
Stellung im Wettbewerb
Die Zufälligen Innovatoren nutzen Innovation 2026 nur eingeschränkt zur aktiven Stärkung ihrer Wettbewerbsposition. Innovationsaktivitäten werden kaum als strategisches Mittel zur Differenzierung oder zur Sicherung langfristiger Wettbewerbsvorteile verstanden. Stattdessen reagieren die Unternehmen dieses Milieus vor allem auf äußere Anforderungen und Gelegenheiten. Die Erschließung neuer Geschäftsfelder oder die gezielte Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmodelle spielt eine untergeordnete Rolle. Entsprechend bleibt die Wettbewerbsposition innovationsseitig fragil und stark von externen Rahmenbedingungen abhängig.
Vernetzung und Organisation
Im Bereich Vernetzung und Organisation bleibt das Innovationsprofil der Zufälligen Innovatoren 2026 schwach ausgeprägt. Kooperationen mit externen Partnern, formalisierte Innovationsprozesse und systematische Innovationsstrategien sind nur in geringem Maße vorhanden. Zwar ist gegenüber 2023 keine weitere Verschlechterung zu beobachten, eine strukturelle Stärkung der Innovationsorganisation bleibt jedoch aus. Innovationsaktivitäten entstehen daher überwiegend ungeplant und ohne klare organisatorische Verankerung, was die Nachhaltigkeit des Innovationserfolgs begrenzt.
Kultur und Kompetenz
Deutlich positiver entwickelt sich 2026 die Dimension Kultur und Kompetenz. Die Zufälligen Innovatoren weisen hier spürbare Verbesserungen auf: Beteiligung der Beschäftigten, Eigeninitiative sowie Qualifizierungs- und Weiterbildungsaktivitäten gewinnen an Bedeutung. Diese kulturellen und personellen Fortschritte tragen maßgeblich dazu bei, dass sich der Innovationsoutput des Milieus gegenüber der vorherigen Erhebung erholt. Dass der Durchschnitt aller Unternehmen im Inputbereich Kultur und Kompetenz überholt werden konnte, ist ein bemerkenswerter Befund, der darauf hinweist, dass selbst Milieus mit schwacher Struktur durch interne kulturelle Hebel ihre Innovationsfähigkeit steigern können. Gleichzeitig bleibt die Innovationsleistung volatil, da die gestärkte Innovationskultur bislang nicht durch entsprechende organisatorische und strategische Strukturen abgesichert wird.
Zufällige Innovatoren – Relevanz von Schlüsseltechnologien
Die Zufälligen Innovatoren zeigen bei Deep- und Green-Tech-Technologien ein uneinheitliches und wenig systematisches Profil. Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen oder das Internet der Dinge sind für dieses Milieu punktuell relevant, ihre Nutzung bleibt jedoch insgesamt begrenzt und liegt meist unter dem Durchschnitt aller Unternehmen. Technologische Anwendungen entstehen hier weniger aus einer strategischen Entscheidung heraus, sondern häufig aus situativen Gelegenheiten oder kurzfristigen Anforderungen.
Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre zeigt sich bei den Zufälligen Innovatoren zwar eine leichte Ausweitungsperspektive, insbesondere bei digitalen Technologien, die Dynamik bleibt jedoch verhalten. Im Vergleich zu den kooperativen oder konservativen Milieus fällt die erwartete Entwicklung deutlich schwächer aus. Dies deutet darauf hin, dass technologische Weiterentwicklung in diesem Milieu weiterhin stark von externen Impulsen abhängt und nicht systematisch geplant wird.
Im Bereich Green Tech und Nachhaltigkeit ist das Bild ebenfalls fragmentiert. Nachhaltige Energieerzeugung und -speicherung sowie Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Materialien spielen für einzelne Unternehmen eine Rolle, erreichen jedoch kein breites Relevanzniveau. CO₂-Abscheidung und Klimaschutztechnologien sind praktisch nicht verankert. Insgesamt zeigt sich ein Green-Tech-Profil, das eher opportunistisch als strategisch geprägt ist und damit die grundsätzliche Charakteristik dieses Milieus widerspiegelt: Innovation – auch im Technologiebereich – entsteht zufällig, nicht systematisch.
Die Zufälligen Innovatoren im Profil