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Zukunftstechnologien in den Innovativen Milieus
Sonderthema 2026
Zukunftstechnologien in den deutschen Branchen
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Auf den Punkt

Die Unternehmen ohne Innovationsfokus stehen für den Rückzug aus systematischer Innovation und prägen einen beträchtlichen Teil der Unternehmenslandschaft. Innovationsaktivitäten spielen hier keine strategische Rolle und beschränken sich auf vereinzelte Anpassungen im Tagesgeschäft. Getragen wird dieses Milieu überwiegend von kleineren Unternehmen aus traditionellen Branchen, in denen Innovationsdruck nur begrenzt wahrgenommen wird.

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Wer sind die Unternehmen ohne Innovationsfokus?

  • Die Unternehmen ohne Innovationsfokus machen 2026 rund 19 Prozent aller Unternehmen aus, nachdem ihr Anteil 2019 bei rund 11 Prozent und 2023 bei etwa 16 Prozent lag, womit sich der Zuwachs innovationsferner Unternehmen im Zeitverlauf weiter fortsetzt.

  • Das Milieu wird 2026 vor allem von kleinen Unternehmen aus traditionellen Branchen getragen, insbesondere aus sonstigen Industrien, unternehmensnahen Dienstleistungen, der Metall- und Elektroindustrie, dem Baugewerbe und Logistik und Großhandel, ohne ausgeprägte technologische oder dienstleistungsbezogene Spezialisierung.

  • Die Unternehmen ohne Innovationsfokus beschäftigen 2026 im Durchschnitt 10 Mitarbeitende und bestehen damit aus sehr kleinen Unternehmen.

  • Mit einem durchschnittlichen Unternehmensalter von 37 Jahren liegen die Unternehmen ohne Innovationsfokus im Mittelfeld der sieben Innovativen Milieus.

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Der Innovationserfolg der Unternehmen ohne Innovationsfokus

Die Unternehmen ohne Innovationsfokus zählen auch 2026 zu den innovationsärmsten Milieus der deutschen Unternehmenslandschaft. Ihr Innovationsoutput liegt deutlich unter dem Durchschnitt aller Unternehmen und zeigt im Zeitverlauf keine grundlegende Dynamik. Zwar ist gegenüber der Erhebung 2023 ein leichter Anstieg des Innovationsoutputs zu beobachten, dieser erfolgt jedoch auf sehr niedrigem Niveau. Insgesamt bleibt der Innovationserfolg dieses Milieus marginal und bestätigt die geringe strategische Bedeutung von Innovation für diese Unternehmen.

Strukturell konzentriert sich der Innovationsoutput der Unternehmen ohne Innovationsfokus nahezu ausschließlich auf Organisationsinnovationen, die häufiger realisiert werden als Produkt-, Prozess- oder Marketinginnovationen. Letztere spielen 2026 weiterhin nur eine untergeordnete Rolle und liegen klar unter den jeweiligen Durchschnittswerten der Gesamtstichprobe. Die wenigen Innovationsaktivitäten entstehen überwiegend situativ und sind nicht Ergebnis systematischer Innovationsprozesse. Insgesamt bestätigt der Innovationsoutput dieses Milieus ein stabil innovationsfernes Profil, bei dem Innovation weder als zentraler Wettbewerbsfaktor noch als strategisches Entwicklungsinstrument genutzt wird.

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Das Innovationsprofil der Unternehmen ohne Innovationsfokus

Jedes Innovative Milieu zeichnet sich durch ein spezifisches Innovationsprofil aus. Denn die Milieus bestehen aus Unternehmen, die ähnliche Schwerpunkte in der Art setzen, wie sie zu Innovationen kommen. Das spezifische Innovationsprofil eines Milieus setzt sich aus den Faktoren zusammen, die die Unternehmen des Milieus bewusst einsetzen, um innovativ zu sein. Dazu gehören etwa die innerbetriebliche Organisation von Innovationsprozessen oder die Offenheit für Kooperationen mit der Wissenschaft. Daneben gibt es weitere Faktoren wie die spezifischen Bedingungen des wettbewerblichen Umfelds, in dem sich die Unternehmen bewegen.

Wir haben die Unternehmen ohne Innovationsfokus und die Unternehmen der übrigen Milieus detailliert nach allen Faktoren befragt. Aus den Antworten ergibt sich das spezifische Innovationsprofil des jeweiligen Milieus. Zur besseren Verständlichkeit gliedern wir hier in drei Dimensionen: „Stellung im Wettbewerb“, „Vernetzung und Organisation“ sowie „Kultur und Kompetenz“.

Das Innovationsprofil der Unternehmen ohne Innovationsfokus ist 2026 durch eine weitgehend innovationsferne Grundhaltung geprägt. Innovation spielt in diesem Milieu keine strategische Rolle für die Unternehmensentwicklung und wird – wenn überhaupt – nur punktuell und reaktiv aufgegriffen. Entsprechend zeigen sich in allen drei Dimensionen des Innovationsinputs sehr geringe Ausprägungen.

Stellung im Wettbewerb

Die Unternehmen ohne Innovationsfokus sichern ihre Wettbewerbsposition 2026 nahezu vollständig ohne innovationsbezogene Differenzierung. Innovation wird nicht als Instrument zur Erschließung neuer Geschäftsfelder oder zur Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmodelle genutzt. Operative Stabilität und das Bedienen bestehender Nachfragen innerhalb etablierter Marktstrukturen scheinen das Hauptmuster der Unternehmen ohne Innovationsfokus zu sein. Innovationsaktivitäten leisten keinen erkennbaren Beitrag zur strategischen Positionierung dieses Milieus.

Vernetzung und Organisation

Im Bereich Vernetzung und Organisation ist das Innovationsprofil der Unternehmen ohne Innovationsfokus sehr schwach ausgeprägt. Externe Kooperationen mit Kunden, Lieferanten, anderen Unternehmen oder der Wissenschaft finden kaum statt. Auch intern fehlen systematische Innovationsprozesse, klare Zuständigkeiten oder organisatorische Strukturen zur Förderung von Innovation. Innovationsaktivitäten entstehen – sofern sie auftreten – ungeplant und ohne institutionelle Verankerung. Das Milieu ist damit weitgehend von kooperativen und systematisch organisierten Innovationsprozessen abgekoppelt.

Kultur und Kompetenz

In der Dimension Kultur und Kompetenz zeigen sich 2026 leichte, punktuelle Verbesserungen, etwa bei der Förderung von Beschäftigten oder bei einzelnen Qualifizierungsmaßnahmen. Diese Ansätze bleiben jedoch fragmentarisch und sind nicht in eine übergreifende Innovationsstrategie eingebettet. Innovationsbezogene Kompetenzen werden weder systematisch aufgebaut noch gezielt weiterentwickelt. Insgesamt bleibt die Innovationskultur schwach ausgeprägt und bietet nur begrenzte Ansatzpunkte für eigeninitiatives oder experimentelles Innovationshandeln.

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Unternehmen ohne Innovationsfokus – Relevanz von Schlüsseltechnologien

Die Unternehmen ohne Innovationsfokus weisen bei Deep- und Green-Tech-Technologien die geringste Relevanz und Nutzung aller Milieus auf. Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen oder das Internet der Dinge spielen für dieses Milieu kaum eine Rolle und liegen deutlich unter dem Durchschnitt aller Unternehmen. Technologische Anwendungen sind hier weder strategisch verankert noch systematisch entwickelt, sondern treten – wenn überhaupt – randständig und ohne erkennbare Innovationslogik auf.

Auch mit Blick auf die kommenden fünf Jahre bleibt die technologische Perspektive sehr begrenzt. Zwar zeigen einzelne Unternehmen eine gewisse Offenheit gegenüber digitalen Technologien, insgesamt fehlen jedoch klare Ausbauabsichten. Die technologische Entwicklung dieses Milieus ist damit nicht von Antizipation oder aktiver Anpassung geprägt, sondern von Stabilitätsorientierung und einem weitgehenden Verharren im Status quo.

Im Bereich Green Tech und Nachhaltigkeit ergibt sich ein ähnliches Bild. Nachhaltige Energieerzeugung und -speicherung sowie Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Materialien sind nur für einen kleinen Teil der Unternehmen relevant und erreichen kein eigenständiges Gewicht. CO₂-Abscheidung und Klimaschutztechnologien spielen faktisch keine Rolle. Insgesamt zeigt sich ein Milieu, das bei komplexen Zukunftstechnologien – sowohl im digitalen als auch im nachhaltigkeitsbezogenen Bereich – kaum Anschlussfähigkeit aufweist und stark von externen Vorgaben oder Zufallseinflüssen abhängig bleibt.

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Die Unternehmen ohne Innovationsfokus im Profil