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Zukunftstechnologien in den Innovativen Milieus
Sonderthema 2026
Zukunftstechnologien in den deutschen Branchen

Handlungsempfehlungen

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Die Ergebnisse der Innovativen Milieus 2026 zeigen eine strukturelle Verschiebung in der Innovationslandschaft. Die Innovationsspitze wird kleiner, innovationsferne Milieus wachsen, und komplexe Schlüsseltechnologien konzentrieren sich auf eine begrenzte Gruppe technologisch starker Unternehmen. Innovation bleibt möglich – aber sie wird selektiver und weniger breit getragen.

Vor diesem Hintergrund bedarf es einer strategischen Neujustierung der Innovationspolitik und einer stärkeren Befähigung der Unternehmen zur technologischen Erneuerung.

Unsere Kernbotschaft lautet:

Deutschland benötigt eine technologische Renaissance, die sowohl die Spitze stärkt als auch die Breite der Unternehmenslandschaft erreicht.

Dazu braucht es:

  1. eine klare politische Priorisierung von Schlüsseltechnologien,

  2. eine strategisch fokussierte und wirkungsorientierte Innovationsförderung,

  3. und eine systematische Stärkung technologischer Kompetenzen – insbesondere im Mittelstand.

Innovation darf nicht kleinteilig verwaltet werden, sondern muss gezielt auf technologische Durchbrüche, Marktdurchsetzung und Skalierung ausgerichtet werden.

1. Schlüsseltechnologien strategisch priorisieren

Die Studie zeigt deutlich: Digitale Basistechnologien diffundieren breit, komplexe Deep-Tech- und Green-Tech-Lösungen hingegen bleiben selektiv.

Wenn Deutschland technologische Souveränität sichern will, müssen Hoch- und Schlüsseltechnologien stärker priorisiert werden. Das bedeutet:

  • klare missionsorientierte Zieldefinitionen,

  • eine stärkere Bündelung öffentlicher Mittel auf strategische Technologiefelder,

  • weniger fragmentierte Förderstrukturen,

  • und eine konsequente Ausrichtung auf Wirkung statt auf Programmlogik.

Die Hightech-Agenda Deutschland weist in die richtige Richtung. Entscheidend wird jedoch sein, ob zur ihrer Umsetzung eine konsequente Priorisierung mit effizientem Bürokratieabbau und mit höherer Umsetzungsgeschwindigkeit als bislang verknüpft werden.

2. Innovationsförderung auf Wirkung ausrichten

Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem ist leistungsfähig, aber in Teilen zu fragmentiert und zu langsam. Förderinstrumente sind häufig kleinteilig, administrativ aufwendig und nur begrenzt skalierungsorientiert.

Erforderlich ist:

  • eine stärkere Fokussierung auf technologische Durchbrüche,

  • mehr Unterstützung bei Markteinführung und Skalierung,

  • eine bessere Verzahnung von Forschungsförderung und industrieller Anwendung,

  • sowie eine klare Erfolgsmessung entlang von Innovations- und Diffusionswirkungen.

Nicht die Anzahl der Programme, sondern ihre strategische Ausrichtung entscheidet über Wirkung.

3. Technologische Kompetenzen in der Breite stärken

Die Studie macht deutlich: Komplexe Technologien bleiben auf wenige Akteure konzentriert. Besonders kleine und mittlere Unternehmen stoßen häufig an Kompetenz- und Ressourcengrenzen.

Deshalb braucht es:

  • niedrigschwellige Zugänge zu Schlüssel- und Hochtechnologien,

  • regionale Technologiezentren und Testinfrastrukturen,

  • partizipative Real- und Testlabore für neue Technologien,

  • gezielte Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme.

Ziel muss es sein, die technologische Basis von Innovationen zu verbreitern und die Anwendung komplexer Technologien zu beschleunigen.

4. Innovationskultur und strategische Verankerung stärken

Innovationserfolg ist nicht allein eine Frage finanzieller Ressourcen. Die Ergebnisse zeigen, dass klare Innovationsstrategien, funktionierende interne Abstimmung und gezielte Kooperation entscheidende Erfolgsfaktoren sind.

Unternehmen sind daher gefordert,

  • Innovation strategisch zu verankern,

  • technologische Entwicklungen aktiv zu antizipieren,

  • Kooperationen systematisch auszubauen

  • und Kompetenzentwicklung langfristig zu planen.

Innovationspolitik kann Rahmenbedingungen setzen – die unternehmerische Ambition bleibt aber auch künftig zentral.

5. Zukunftsfähigkeit sichern: Deep Tech und Green Tech strategisch verbinden

Die Ergebnisse zeigen: Anspruchsvolle Deep-Tech-Anwendungen bleiben bislang auf eine vergleichsweise kleine Gruppe technologisch starker Unternehmen konzentriert. Gleichzeitig entscheidet sich an genau diesen Technologien zunehmend die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität des Standorts.

Deep Tech steht für wissenschaftsbasierte, kapitalintensive und schwer imitierbare Technologien mit hoher strategischer Relevanz. Green Tech verbindet technologische Innovation mit ökologischer Transformation und ist zentral für die Klimaneutralität und Ressourceneffizienz.

Eine zukunftsorientierte Innovationspolitik muss beide Perspektiven zusammenführen. Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Es braucht daher:

eine klare Priorisierung forschungsintensiver Schlüsseltechnologien,

die gezielte Förderung von Durchbruchsinnovationen,

sowie die systematische Verknüpfung technologischer Exzellenz mit ökologischer Transformation.

Nur wenn technologische Tiefe und nachhaltige Wertschöpfung gemeinsam gestärkt werden, kann die deutsche Wirtschaft ihre internationale Wettbewerbsposition behaupten und zugleich zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen.

Fazit

Die Situation ist ernst, aber gestaltbar.

Deutschland verfügt weiterhin über eine leistungsfähige Forschungslandschaft und eine innovationsfähige Unternehmensbasis. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die Innovationsdynamik strategisch neu auszurichten, Schlüsseltechnologien konsequent zu priorisieren und technologische Kompetenzen wieder breiter zu verankern.

Eine innovations- und technologiegetriebene Zukunft des Standorts ist möglich – sie erfordert jedoch klare Prioritäten, konsequente Umsetzung und entschlossenes Handeln.